 |   Die projektbegleitende Arbeitsgruppe „Vorsorge für Sachsens Ackerböden“ traf sich zur Arbeitstagung in der SLK-Geschäftsstelle in Miltitz. (Foto: SLK)
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Das zweijährige Fachprojekt des Sächsischen Landeskuratoriums ist abgeschlossen. Die projektbegleitende Arbeitsgruppe tagte noch einmal vor Weihnachten.
Die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) schreitet auch im Freistaat Sachsen immer weiter voran. Trotz der umfangreichen Aktivitäten in den zurückliegenden Jahren, die schon zu enormen Verbesserungen des Gewässerzustandes geführt haben, sind diffuse Einträge in die Gewässer nach wie vor für die Defizite vieler Wasserkörper verantwortlich. Daher wird die Landwirtschaft auch in Zukunft einen wesentlichen Beitrag bei der Erreichung des guten Gewässerzustandes als Ziel der WRRL leisten müssen.
Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft verfolgt für den vorsorgenden Boden- und Gewässerschutz im Bereich Landwirtschaft eine kooperative Strategie. Der Fokus wird dabei auf die Verringerung der Nitratauswaschung im Grund- und Oberflächenwasser und eine Reduktion erosionsbedingter Phosphoreinträge in Gewässer gelegt. Das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (SLK) hat am Wissens- und Erfahrungstransfer konzeptionell und vorbereitend mitgearbeitet. So wurden im Projektverlauf bereits eine Konzeption zu Beratungsmethodik in prioritären Gebieten vorgelegt und diskutiert. Außerdem erfolgte im letzten Winter eine Landwirtebefragung zu Erosion, Stickstoffmanagement und Wissenstransfer in 173 Betrieben.
Während der Arbeitstagung der projektbegleitenden Arbeitsgruppe am 17. Dezember 2009 in der SLK-Geschäftsstelle in Miltitz wurden insbesondere die vorläufigen Ergebnisse der Demonstrationsvorhaben diskutiert. Innerhalb dieser Vorhaben ging es vor allen Dingen um eine Prüfung der Computerprogramme REPRO und EROSION 3D für den Einsatz als Werkzeuge in Arbeitskreisen sowie als Optimierungsmodell für das Nährstoffmanagement oder die Bodenbearbeitung. Das Programm REPRO ist ein Indikatorensystem zur einzelbetrieblichen Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Unternehmen. EROSION 3D hingegen ist ein Simulationsprogramm zur standort- und einzugsgebietsbezogenen Analyse von stofflichen Austrägen. Beiden Modellen gemein sind die hervorragende Eignung zur Objektivierung beziehungsweise Versachlichung des Diskussionsprozesses und deren gut ausgebaute Visualisierungswerkzeuge. Damit werden überzeugende Argumente auch für strategische betrieblichen Entscheidungen in die Hand gegeben. Auf der anderen Seite muss hinsichtlich des doch recht umfangreichen „Datenhungers“ und der Einsatzeffizienz an diesen qualitativ hervorragenden Werkzeugen gearbeitet werden.
Auch die Spezialisten vom Institut für nachhaltige Landbewirtschaftung GmbH aus Halle und der Firma Geognostics aus Berlin konnten mit ihren Fachbeiträgen und Erfahrungen wesentlich zum methodischen Erkenntnisgewinn des Modelleinsatzes im Freistaat Sachsen beitragen. Dr. Ulrich Henk vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, das das SLK-Vorsorgeprojekt unterstützte, sagte bei der Tagung: „Neben dem fachlichen Input sind Indikatorenmodelle wie REPRO für Betriebe immer wichtiger zum Nachweis der Nachhaltigkeit und für Imagefragen.“ Insgesamt trägt die sächsische Landwirtschaft über die Nutzung von Förderprogrammen und durch Eigeninitiative wesentlich dazu bei, auf dem Weg zu einem guten Zustand der Gewässer weiter voran zu kommen. Dabei wird die Praxis umfangreich durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit seinen zehn Außenstellen unterstützt, die auch das SLK-Projekt fachlich begleitete. In den diesjährigen Winterschulungen spielt diese Thematik eine flächendeckende Rolle.
Interessierten erhalten weitere Informationen zum Projekt „Vorsorge für Sachsens Ackerböden“ beim Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (Sebastian Klotsche, Bereich Umwelt und Landwirtschaft, Telefon: 03 57 96 / 9 71-24, E-Mail: sebastian.klotsche(at)slk-miltitz.de).